Wenn Investitionsklima und Lieferfähigkeit gemeinsam über Projekte entscheiden
Unsere aktuelle Market-Insights-Umfrage unter 326 IT-Dienstleistern, Systemhäusern und Systemintegratoren in Deutschland und Österreich zeigt: Die konjunkturelle Stimmung im IT-Channel hat sich im Jahresvergleich eingetrübt.
Statt Wachstumsimpulsen dominieren defensive Investitionsentscheidungen bei Endkunden – mit direkten Folgen für Vertrieb, Portfolio-Priorisierung und Partnerstrategien der Hersteller.
Wirtschaftslage: Markt bleibt unter Druck, Stabilität dominiert
39 % bewerten die aktuelle Wirtschaftslage als herausfordernd bzw. rückläufig.
38 % sehen sie als stabil und unverändert.
17 % sprechen bereits von einer schwierigen Lage mit starkem Rückgang.
Nur 4 % berichten von Wachstum, lediglich 1 % von starkem Wachstum.
Insgesamt bewerten damit 56 % der Befragten die aktuelle Situation negativ. Gleichzeitig bleibt bemerkenswert, dass 38 % ihre Geschäftslage weiterhin als stabil einschätzen. Die Ergebnisse zeigen einen Markt, der unter Druck steht, sich jedoch bislang nicht in einer flächendeckenden Krisenstimmung befindet.

Jahresvergleich: Stimmung deutlich vorsichtiger als vor zwölf Monaten
Der Vergleich mit den Ergebnissen aus 2025 zeigt eine klare Verschiebung hin zu vorsichtigeren Markteinschätzungen. Der Anteil stabiler Bewertungen sank von 52 % auf 38 %, während sich der Anteil der Unternehmen mit schwieriger Geschäftslage von 4 % auf 17 % mehr als vervierfachte. Gleichzeitig ging der Anteil wachsender Unternehmen von 13 % auf 5 % zurück.
Für Hersteller bedeutet dies: Projekte werden kritischer bewertet, Investitionen stärker priorisiert und Partner erwarten konkrete Mehrwerte hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Lieferfähigkeit und Vertriebsunterstützung.

Investitionsschwerpunkte der Endkunden: Betrieb & Absicherung statt Innovation
Trotz der eingetrübten Wirtschaftslage investieren Endkunden weiterhin in ihre IT. Allerdings verschieben sich die Prioritäten deutlich: Im Vordergrund stehen die Sicherstellung des IT-Betriebs, Cybersecurity und die Optimierung bestehender Umgebungen. Investitionen in innovative Zukunftsthemen erfolgen deutlich selektiver.
Das Feedback der IT-Systemhäuser gegenüber COMPRiS:
20 % der aktuellen Investitionen entfallen auf IT-Dienstleistungen (Optimierung, Instandhaltung, Betrieb, Betreuung).
19 % auf Security (Firewall, Endpoint-Security, Anti-Spyware).
16 % auf Cloud-Migration und Cloud-Services (IaaS, PaaS, SaaS).
14 % auf IT-Infrastruktur (Server, Storage, Netzwerk, Data Center).
Weiter genannt, aber deutlich geringer gefragt sind Consulting (8 %), Workplace/Clients (8 %), Anwendungssoftware (6 %) sowie Künstliche Intelligenz mit nur 3 %.
Der Fokus bei vielen IT-Dienstleistern liegt damit momentan klar auf „Betrieb sichern und optimieren“ statt auf Innovationsprojekten.

UNSER FAZIT
Doppelter Druck: Wirtschaftslage trifft auf Lieferengpässe
Die aktuellen Ergebnisse zur Wirtschaftslage lassen sich direkt mit unserer vorherigen Market-Insights-Befragung zum Thema Komponentenengpässe (Dezember 2025 – März 2026) verknüpfen und zeichnen gemeinsam ein aufschlussreiches Bild der aktuellen Channel-Situation.
Bereits in der Komponentenengpass-Studie zeigte sich, dass 88 % der Systemhäuser und IT-Dienstleister von Lieferengpässen im Server- und Storage-Bereich betroffen waren – mit spürbaren Folgen wie Projektverschiebungen (24 %) und längeren Sales Cycles (17 %). Die aktuellen Wirtschaftslage-Daten bestätigen und verstärken dieses Bild: Trotz Investitionen in IT-Infrastruktur (16 %) hat sich die konjunkturelle Stimmung im Jahresvergleich verschlechtert.
Zusammen ergeben beide Befragungen ein konsistentes Muster: Der IT-Channel steht im IT-Infrastrukturgeschäft aktuell unter doppeltem Druck – einerseits durch operative Lieferkettenprobleme, andererseits durch eine sich eintrübende konjunkturelle Gesamtlage. Beide Effekte verstärken sich gegenseitig: Komponentenengpässe erhöhen den Aufwand und verlangsamen Projekte (so berichteten 45 % der Partner in der Engpass-Studie von höherem Angebotsaufwand durch nötige Ersatzprodukt-Prüfungen), während die schwächere Wirtschaftslage gleichzeitig die Investitionsbereitschaft der Endkunden dämpft. Das Ergebnis ist eine Phase erhöhter Unsicherheit, in der sowohl Lieferfähigkeit als auch Investitionsklima gemeinsam über Projekterfolg und Umsatzentwicklung im Channel entscheiden.
Viele IT-Dienstleister prüfen aktuell verstärkt alternative Hersteller und Anbieter. Ausschlaggebend sind insbesondere Lieferfähigkeit, Preis-Leistungs-Verhältnis sowie die langfristige Verlässlichkeit der Hersteller. Gleichzeitig beobachten die Partner eine zunehmende Sensibilität auf Endkundenseite hinsichtlich Kosten, Verfügbarkeit und Investitionssicherheit.

Wer heute im Channel gewinnen will, muss zwei Dinge gleichzeitig können: verlässlich liefern und wirtschaftlich überzeugen. Das Innovationsversprechen allein trägt gerade nicht.
GERALD HOLLER – Geschäftsführer COMPRiS GMBH

Market Insights als Kompass für den Channel
Mit den COMPRiS Market Insights liefern wir Herstellern und Channel‑Verantwortlichen eine faktenbasierte Sicht darauf, wie Systemhäuser und IT‑Dienstleister aktuelle Marktveränderungen erleben – von Komponentenengpässen über wirtschaftliche Lage bis hin zu KI‑basierter Portfolioentwicklung. Auf Basis dieser Insights unterstützen wir unsere Kunden dabei, Go‑to‑Market‑Strategien, Partnerprogramme und Sales‑Execution gezielt an den realen Pain Points der Partner auszurichten.
Wer die Perspektive seiner Channel‑Partner und deren Endkunden versteht, kann Engpässe nicht nur managen, sondern in Wachstums‑ und Differenzierungspotenziale übersetzen.
Die Ergebnisse basieren auf einer COMPRiS Market-Insights-Umfrage unter 326 IT-Dienstleistern, Systemhäusern und Systemintegratoren in Deutschland und Österreich, durchgeführt zwischen Mai und Juli 2026.
Befragt wurden Geschäftsführer, Vertriebsleiter sowie Verantwortliche für Herstellerauswahl, Einkauf und Portfolio-Management.
Die COMPRiS Market Insights liefern regelmäßig datenbasierte Einblicke zu Markttrends, Reifegraden und Herausforderungen im indirekten Vertrieb und Channel-Umfeld.
ganzheitlich oder punktuell?
Wir begleiten Sie im gesamten Vertriebsprozess
Sie entscheiden über den passenden Mix: Von einzelnen, übersichtlichen und auch kurzfristigen Projekten bis hin zur kompletten Umsatz- und Budgetverantwortung von definierten Segmenten. Von der Strategie über die Identifizierung der Potentiale bis zu Onboarding und Betreuung neuer Kunden und Partner.
